Ein Urgestein der Videospielindustrie feiert dieses Jahr sein 25 jähriges Jubiläum. Unzählige Abenteuer hat Mega Man bisher bestritten, welcher mittlerweile ein fester Bestandteil der Videospielgeschichte ist. Ein Grund für uns, den Werdegang des blauen Bombers in einem ausführlichen Spezial etwas näher zu betrachten.


Wie alles Begann




Rockman erblickte am 17. Dezember 1987 auf dem japanischen Famicom (US/Euro NES) das Licht der Welt. Doch auch schon vorher gab es einige Mangas mit diesem, die Capcom inspirierten, ein Spiel mit dem blauen Roboter zu entwickeln. Das Spiel, welches durch die Möglichkeit, selbst entscheiden zu können, in welcher Reihenfolge man die Level spielt, völlig neuartig war, kam bei japanischen Spielern sehr gut an und wurde dort innerhalb kurzer Zeit zum Kassenschlager. Der Titel bot 6 Level zur Auswahl, an deren Ende man gegen einen Roboter-Meister mit speziellen Eigenschaften antreten musste. War dieser besiegt, erhielt der Held die Waffe seines Gegners und konnte sie fortan gegen andere Schurken einsetzen.

Dabei spielten auch diverse Elemente eine Rolle. So konnte man mit der Feuerwaffe von FIRE MAN den Bossgegner ICE MAN deutlich leichter besiegen als mit der Standard-Waffe, oder aber eine noch stärkere Waffe finden, die deutlich aggressiver auf das Eis des Gegners wirkt und diesen mit nur 3 Treffern besiegt. Wahrscheinlich war dieses, damals neue Feature, der Grund, warum das Spiel auch in Amerika so gut ankam, als es noch Dezember 1987 erschien. Allerdings erschien das Spiel dort unter dem Namen MEGA MAN, da Capcom den Titel "Rockman" für den amerikanischen Markt nicht angebracht hielt. Dieser würde die Spieler zu sehr an Felsen und Gestein erinnern, Mega Man würde hier mehr nach einem Helden klingen. Allerdings konnte sich Entwickler und Creator „Keiji Inafune“ nicht so recht damit anfreunden, doch es lag in Capcoms Entscheidung das Spiel unter dem Namen MEGA MAN zu veröffentlichen. Die Inspiration für den original Namen „ROCKMAN“ liegt in der Musik, die rockig ist und sich sehr markant in der weiteren Serie fortsetzte.

  

Der US-Release von Mega Man brachte allerdings das womöglich kurioseste Cover eines Mega Man Spiels zutage. Denn Capcom blieb nur wenige Stunden, um eine Boxart für das US-Spiel zu designen. Nach dem Release zeichnete sich auch hier eine gewisse Begeisterung für das Spiel ab, welches bei Spielern sehr gut ankam. Erst 1989 entschied man sich, das Spiel auch in Europa zu veröffentlichen, wo es allerdings nicht so viele Anhänger fand. Der Grund dafür könnte der extrem hohe Schwierigkeitsgrad gewesen sein, der die Spieler hierzulande abschreckte. Das Resultat der 3 verschiedenen Versionen an Boxarts seht ihr gleich hier.


Nach dem Erfolg




Lies eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten, denn nach dem Erfolg in Japan und den USA war es nur eine Frage der Zeit, bis Capcom einen Nachfolger produzieren würde. Dieser erschien auch schon 1 Jahr nach dem eigentlichen Release in Japan und den USA. 2 Jahre später, also 1990 erschien dann auch die Fortsetzung namens „MEGA MAN 2“ in Europa, doch dieses Mal sollte es ganz anders kommen. Denn im Gegensatz zum Erstling schlug Teil 2 auch in Europa ein wie eine Bombe, wie es Nintendo in einem Magazin beschrieb. Das Spiel bot für diese Zeit sehr schöne Grafik, einen zeitlosen Soundtrack, der unter Fans als einer der Besten der gesamten Serie gilt, und packendes Gameplay. Erstmals gab es auch 8 statt 6 Roboter-Meister, die zur Auswahl standen sowie die Burg des Widersachers Dr. Wily, welche man in diesem Teil das erste Mal zu sehen bekam.

Ab diesem Zeitpunkt erschien fast jährlich ein neuer Ableger der Serie, der auch mit einigen Neuerungen aufwartete. So zum Beispiel Teil 3, in dem der Held das erste Mal die Fähigkeit bekommt, auf dem Boden entlang zu rutschen, was einige neue Gameplay-Elemente ermöglichte. Auch Robo-Hund Rush (Flitz in der deutschen Version) war erstmals mit von der Partie, um Mega Man mit unterschiedlichen Verwandlungsformen wie einem U-Boot oder einem Flieger zu unterstützen. In Mega Man 4 bekam der blaue Bomber erstmals einen Mega-Buster spendiert, der eine deutlich effektivere Wirkung auf Feinde hatte als der Standard-Buster. Doch dieser war unter vielen Fans umstritten, machte er das Spiel doch deutlich leichter. Auch gab es in einigen Teilen der Serie mehr oder weniger gut versteckte Items, welche die Mission des Helden erleichtern konnten. Ab Teil 4 gab es auch noch einen weiteren Gegner in Form von einer weiteren Burg, an dessen Ende Dr. Cossack oder Protoman (MM5) auf den Protagonisten wartete, was das Spiel nochmals um 4 Level länger machte. Eine durchaus positive Sache, die man allerdings ab Teil 7 wieder fallen ließ.




Mit Mega Man 5 ging es dann aber langsam abwärts, zumindest was die Ideen und den Einfallsreichtum der Entwickler angeht. Dies machte sich besonders bei den Waffen bemerkbar, welche ziemlich einfallslos wirkten. Ebenso wurden die Taktiken und Waffen immer berechenbarer und simpler. Man merkte den Spielen so langsam an, das es sich um eine Art „Fließbandarbeit“ handelt, ein System, um neue Spiele schnellstmöglich auf den Markt zu bringen.

Wahrscheinlich sah das Nintendo, welche die Mega Man Spiele in Deutschland vertrieben, auch ähnlich, denn Teil 5 erschien erst mit 3 Jahren Verspätung, Mega Man 6 hingegen gar nicht erst in Europa. Daran konnten auch Petitionen in der „Total“ oder anderen Magazinen nichts ändern, welche mit Unterschriften für ein Erscheinen in Deutschland aufgerufen hatten.


Neues Zeitalter, neuer Held?


Nun, nachdem die Zeit des NES abgelaufen war, ließ Capcom ziemlich lange auf einen neuen Ableger der Serie warten. Erst gute 2 Jahre nach der Veröffentlichung des Super Nintendo Entertainment Systems erschien mit MEGAMAN X ein neuer Ableger der Serie. Doch Capcom hatte sich für diesen Auftritt etwas einfallen lassen und damit eine neue Serie ins Leben gerufen. Der Held darin ist X, ein Reploid mit freiem Willen und echten Empfindungen. In dieser Serie spielt alles in der Zukunft, genauer gesagt im 22. Jahrhundert. Dr. Wily gibt es nicht mehr, ebenso wie Dr. Light, Rush oder andere Charaktere aus den NES Teilen.

X neueste Fähigkeit ist das Festhalten und Sliden an Wänden oder Vorsprüngen. Auch hat der Held die Möglichkeit, Upgrades für Waffen und Energie-Behälter aufzusammeln, um deren Volumen zu erhöhen. Konnte man bei den Vorgängern noch 9 oder mehr Energietanks sammeln, so besteht in MMX nur noch die Möglichkeit, 4 zu finden, welche mit Energie-Kapseln aber immer wieder aufgefüllt werden können. Zudem gibt es auch noch diverse versteckte Kapseln, die es X ermöglichen, neue Fähigkeiten zu erlernen. So zum Beispiel das Power-Up für den Buster. Ist dieses installiert, kann der Held die erhaltenen Waffen aufladen, deren Schusskraft um ein Vielfaches verstärken sowie ihre Form verändern.

Neu ist in der X-Serie auch, dass die Roboter-Meister den Mavericks gewichen sind, welche nun deutlich stärker und größer daher kommen sowie intelligenter agieren. Die Namen dieser enden nicht mehr wie bei den NES-Teilen mit „MAN“, da es sich hierbei um Reploiden in Gestalt von Tieren aus Titan handelt. So etwa Flame Mamoth, Spark Mandrill oder Launch Octopus. Auch die Größe diverser Bossgegner ist gegenüber der Classic-Serie deutlich gewachsen; so fallen diese in der X-Serie deutlich gewaltiger aus. Erstmals verändern sich auch diverse Level-Abschnitte in den einzelnen Stages, wenn andere vor diesen komplettiert wurden. So etwa in der Stage von Flame Mamoth, in der normalerweise Lava auf dem Boden fließt. Habt ihr vorher allerdings die Stage von Chill Penguin erfolgreich durchlaufen, ist diese zu Eis erstarrt und X kommt so an ein verstecktes Item. Markant für die Serie sind auch die futuristischen Musiktracks, welche das Geschehen begleiten.


Einige Zeit darauf erschienen die Teile X2 und X3, welche aber nicht mehr von Nintendo selbst, sondern von „Laguna Video Games“ in Deutschland vertrieben wurden. Mega Man X – X3 zählen bis heute zum Besten der X-Serie, schon allein wegen des genialen Sounds und dem Gameplay. Auch boten die X-Teile etwas Neues, so zum Beispiel war es in MEGAMAN X3 möglich mit Megamans Kumpanen Zero zu spielen, wenn auch nur abschnittweise. Mit Megaman X4 ändert sich nicht nur der Schriftzug, die seitdem als „MEGAMAN“ und nicht mehr unter „MEGA MAN“ die Aufschrift der Spielecover ziert. Nein, auch die neuen Konsolen von SEGA und SONY kamen auf den Markt, sodass sich Capcom dazu entschied, die Serie auf Segas „Saturn“ und Sonys Playstation fortzuführen.

Mit X4 gelang ihnen das auch noch, die später folgenden Teile X5 & X6 zählen unter Kritkern mit zu den schlechtesten X-Teilen, die erschienen sind. Hier musste der Spieler entführte Roboter und Reploiden befreien, um extra Punkte zu sammeln; am Ende eines Levels gab es keinen Bildschirm mehr, der anzeigt welche Waffe man erhalten hat. Hier wurde zu viel Neues und Unnützes reingepackt, wodurch das Niveau des Gameplays eher nach unten katapultiert wurde, während postive, markante Eigenschaften einfach weggelassen wurden. Als größten Tiefpunkt der Serie betiteln Fans und Kritiker allerdings MEGAMAN X7, welcher komplett in 3D daher kam. Leider stimmten hier weder die technische Umsetzung noch der Sound oder gar das Gameplay. Vom einst hochgelobten Megaman Feeling und Flair war nicht mehr viel übriggeblieben.

Erst mit MEGAMAN X8, dem bislang letzten Ableger der Serie, gelang es den Entwicklern 2004/2005 wieder, sich den ersten Teilen in Qualität und Präsentation zu nähern. Dieser war bis auf 2 Level in 2D gehalten und bot wieder eher den klassischen Gameplay-Style. Auch konnte man zwischen 4 Charakteren wählen und entscheiden, ob man Hilfe beim Suchen nach versteckten Upgrades braucht oder hatte gar die Möglichkeit, Waffenstärke, Energieleiste oder ähnliches im Menü aufzuleveln. Im Easy-Modus hat das nicht wirklich viel Auswirkungen, im Hard-Modus hingegen konnte dies dem Spieler schon extrem das Überleben erleichtern. Des Weiteren gab es die Möglichkeit eine Double-Team-Attacke auszuführen, wenn der dafür erforderliche Balken gefüllt war. Für die großen Bossgegner ein äußerst hilfreicher Schachzug.


Classic-Serie, wo bist du?




Doch auch die Classic-Serie rund um Rush und Doctor Wily hat Capcom nicht ganz vergessen; die Titel Mega Man 7 sowie Rockman & Forte, welcher wohl einen indirekten Nachfolger zu Mega Man 8 darstellt, wurden noch auf dem SNES veröffentlicht. In Teil 7 ging man erstmals wieder zurück zu seinen Wurzeln, neu war auch das Intro-Level, wie man es schon aus den X-Teilen kannte. Hier gab es erstmals keine 8 Level zur freien Wahl; waren die ersten 4 besiegt, folgte eine Zwischenstage und danach fügten sich die restlichen 4 Roboter-Meister dem Auswahlbildschirm hinzu. Rockman & Forte erschien nur in Japan und bot etwas Neues: Erstmals konnte man das komplette Spiel mit Bass, einem alten bekannten von Mega Man, absolvieren. Außerdem wurde der bis dahin standardmäßige Auswahlbildschirm gegen eine neue Alternative ausgewechselt. Hat man einen Gegner besiegt, öffnen sich weitere Wege zu den nächsten Bossgen. Man konnte also nicht mehr aus allen 8 Endgegnern von Beginn an wählen. Eine durchaus interessante Variante, die dennoch nicht ganz an die standardmäßige herankam, welche man aus allen anderen Teilen kannte.

Mit Mega Man 8 erschien 1996/1997 der bis dato letzte Teil der Classic-Serie, welcher allerdings bei Fans ziemlich umstritten ist. Es gab neue Gameplay-Elemente wie etwa eine Fahrt auf dem Snowboard, welche jedoch nicht jedermann überzeugen konnten. Das Spiel erschien auf Sega Saturn und Sony Playstation in Nord-Amerika, als Japan und PAL-Version erschien Mega Man 8 exklusiv auf letzterer Plattform.

Nach über 12 Jahren Abstinenz der Classic-Serie rund um Dr. Wily erschien 2009 ganz überraschend Mega Man 9 als digitaler Download-Titel, ganz im 8-Bit-Style der ersten 6 Mega Man Episoden auf dem NES. Das Spiel kam sowohl bei Fans als auch bei der Fachpresse so gut an, dass knapp 1,5 Jahre später mit Mega Man 10 der bis jetzt letzte Teil der Serie erschien. Auch dieser hinterließ einen positiven Eindruck, machte er doch einiges besser als Teil 9; allerdings gab es auch kleine Verschlechterungen zum Vorgänger. Damit zeigte Capcom, das solche Spiele immer noch sehr begehrt und beliebt sind, und das nicht nur bei Mega Man Fans.



 


Mega Man im Kleinformat

Wer an Mega Man nicht vorbei kam, konnte seine Abenteuer auch auf dem Game Boy erleben. Mega Man I-IV erzählt dabei die Geschichte der NES-Episoden, allerdings gab es hier nichts großartig Neues. Die Spiele wurden unterteilt in 2 Hälften der NES Originale. Das bedeutet, in Mega Man III für Gameboy erwarten den Spieler 4 Roboter-Meister aus Teil 3 (NES) und die anderen 4 aus Mega Man 4 (NES). Nur die Dr. Wily Stages sind komplett neu designed oder verändert worden. Hiervon ausgenommen ist Mega Man II; hier hat man Leveldesign und Soundtrack abgeändert, allerdings zum negativen. Mit Mega Man V bot Capcom dann erstmals ein neues Spiel mit neuem Setting, neuer Story und Bossgegnern, welcher allgemein als bester der 5 Teile auf dem Game Boy gilt.

Aber nicht nur auf dem Gameboy, nein, auch auf GB Color, Advance und Nintendo DS konnte man die Abenteuer mit dem Blauen Helden erleben. Für Game Boy Color erschienen mit Xtreme 1 & 2 zwei Umsetzungen der X-Serie vom SNES, allerdings ließ die technische Umsetzung zu wünschen übrig. Für Game Boy Advance wurden 2 weitere Serien ins Leben gerufen – Megaman Battle Network sowie Megaman Zero. Megaman Zero brachte es auf insgesamt 4 Titel, die storytechnisch nach Megaman X spielen; hier übernimmt der Spieler die Rolle des Helden Zero. Spielerisch ähnelten diese den X-Teilen, allerdings konnte man nicht mehr aus 8 Bossgegnern wählen. Diese fügten sich nach und nach dem weiteren Spielverlauf, je nach Situation bei.


 

Mit Battle Network hat Capcom eine Serie erschaffen, die sehr umstritten ist. So boten die insgesamt 5 Nachfolger in je 2 verschiedenen Editionen kaum Neuerungen, weder in Sachen Grafik noch Gameplay. In dieser übernehmt ihr die Rolle von Lan Hikari und klinkt euch ins Internet ein, in welchem ihr die Rolle von Megaman übernehmt. Dort durchforstet Megaman die Weiten des WWW, um Viren zu suchen und Bösewichter zu eliminieren. Dieses Spiel kommt als eine Art Rollenspiel daher, in der man Battlechips im Kampf benutzt.

Später erschien auf dem Nintendo DS noch die Starforce-Serie, welche der Battle Network Serie aber ähnlich war und Kämpfe in 3D bot. Neben dieser gab es auch noch die zweiteilige ZX-Serie, die – wie der Name bereits vermuten lässt – stark an eine Mischung aus Megaman X und Megaman Zero erinnert.

Aber auch für Playstation Portable erschien mit "Megaman: Maverick Hunter X" ein Remake des SNES-Originals Mega Man X mit aufpolierter Grafik, verbessertem Sound sowie Video-Clips im Cartoon-Look, welche die Story erzählen. "Mega Man Powered Up" hingegen stellte ein Remake des NES-Originals Mega Man 1 dar, hier aber in Anime Knuddel-Optik mit großen Köpfen. Das Spiel beinhaltete neben einem neuen Modus, der einen alternativen Levelaufbau bot, auch noch einen Leveleditor sowie die Möglichkeit mit Cutman und Co. zu spielen.

Eine der größten Raritäten stellt wohl der einzige Game Gear Ableger dar, welcher anno 1995 von Freestyle Software produziert wurde und ausschließlich in Nordamerika erschien. Das Spiel bot eine Mischung aus den beiden NES-Teilen Mega Man 4 & 5 und beinhaltete dementsprechend auch deren Level. So standen anfangs die 4 Roboter-Meister Bright Man, Napalm Man, Star Man und Stone Man zur Wahl. Dr. Cossacks Festung bestand aus den Leveln von Wave Man sowie Toad Man mit veränderten Bossgegnern. Dr. Wilys Festung besteht ausschließlich aus der Quickman Stage (MM2 NES), bevor es zum finalen Endkampf kommt. Eine nette Umsetzung, wenngleich diese auch nicht wirklich des geringen Umfangs und der mauen Soundkulisse wegen Überzeugen konnte.


 


Mit Megaman Legends erschien 1997/1998 für Sony´s Playstation erstmals ein 3D Adventure mit dem Helden in der Hauptrolle, auf der Suche nach Piraten und deren geheimen Schatz. Im Jahr 2000/2001 erschien auch eine Umsetzung des Spiels für den Nintendo 64 in Japan und Nord-Amerika, welches Kritiker aber wegen einer schlechten techischen Umsetzung nicht überzeugen konnte. In diesem Zeitraum wurde für die Playstation auch noch der Nachfolger "Megaman Legends 2" veröffentlicht, welcher mit einer größeren Welt sowie besserer Technik aufwarten sollte.


Andere Welten

Der blaue Bomber hatte auch Auftritte in ganz anderen Genres, wie etwa Mega Man Soccer, einem eher unspektakulären Fußballspiel, oder Megaman Battle & Chase, eine Art Mario-Klon, der jedoch nicht wirklich begeistern konnte. Ebenso gab es Ableger als Automaten-Versionen, welche aber wegen fehlender Level nicht überzeugen konnten. Diese kamen in der Art eines Streetfighters daher, in der Mega Man gegen Guts Man, Ring Man und Co. antreten musste. Mit Megaman X: Command Mission gelang es dem Protagonisten erstmals, in einem Rollenspiel zu überzeugen. Leider war dies aber der einzige Ausflug von X ins 3D Rollenspiel-Genre. Neben diesen erschienen in Japan mit “Wily & Right no RockBoard: That’s Paradise”, einem Brettspiel für das Famicom und "Super Adventure Rockman" (Saturn/PSX), einem interaktiven Film für Saturn und Playstation, 2 echte Kuriositäten in der Geschichte von Mega Man.

Mit Megaman Legends erschien 1997/1998 für Sony´s Playstation erstmals ein 3D Adventure mit dem Helden in der Hauptrolle, auf der Suche nach Piraten und deren geheimen Schatz. Im Jahr 2000/2001 erschien auch eine Umsetzung des Spiels für das Nintendo 64 in Japan und Nord-Amerika, welches Kritiker aber wegen einer schlechten techischen Umsetzung nicht überzeugen konnte. In diesem Zeitraum wurde für die Playstation auch noch der Nachfolger "Megaman Legends 2" veröffentlicht, welcher mit einer größeren Welt sowie besserer Technik aufwarten sollte.

Es gibt auch diverse Umsetzungen für Konsolen, welche in geringer Auflage auf den Markt gebracht wurden und heutzutage unter Sammlern sehr begehrt sind. Dazu zählen unter anderem Mega Man 7, X2 sowie X3 für SNES, Mega Man für den Game Gear, die Mega Drive-Sammlung „The Wily Wars“ sowie die Gameboy Teile 4 & 5. Diese erzielen bei Internet-Auktionen teilweise horrende Summen wie etwa ein komplettes "Mega Man X3" oder "MM-The Wily Wars" für über 250 Euro. Der Grund für die geringen Auflagen der Spiele liegt wohl darin, dass zumindest bei den Gameboy Teilen 4 & 5, sowie den SNES Teilen 7, X2 & X3 nicht mehr Nintendo den Vertrieb übernahm, sondern Laguna Video Games. Andere, wie etwa die Game Gear Version, erschienen gar nicht erst in Europa.



Ebenso erschienen noch 3 Collections mit dem blauen Bomber: einmal die Megaman Anniversary Collection, die für Gamecube und Playstation 2 erschien sowie die Megaman X Collection, welche ebenso für diese Systeme und der XBox erschien. Eine günstige Alternative zum Einzelkauf, allerdings erschienen diese außschließlich als US-Version. Für den Nintendo DS veröffentlichte Capcom 2012 eine Megaman Zero Collection, welche die mitlerweile sehr teuren GBA Originale beinhaltet.

Einen anderen Auftritt hatte Mega Man 1990 als Zeichentrick-Figur. In Japan gab es einen Anime 3-Teiler, mit den Titeln: „Appearance in Japan“, „Wish upon a Star“ und „Future Beware“, welche später auch als US-Version folgten. Eine amerikanische Serie, die allerdings nicht jedermann überzeugen konnte, folgte später, da sich einige Charaktere ziemlich stark von ihren Vorbildern unterschieden. Diese, wie auch die Megaman NT Warrior Serie, liefen ebenfalls in Deutschland, und das sogar mit recht guten Einschaltquoten, zumindest der Mega Man-Cartoon, welcher 1996 erstmals im deutschen TV auf Pro7 lief. Megaman NT Warrior lief hierzulande dagegen nur geschnitten im Fernsehen; einige Szenen waren den Verantwortlichen wohl etwas zu brutal für die Sendezeit. Auch sahen die Gegner, gegen die Megaman antrat, keineswegs denen der Original-Serie mehr ähnlich, trotz des teilweise gleichen Namens. Nicht zu vergessen ist natürlich seine Gastrolle in der Serie "Captain N", welche sein allererster Auftritt in einem Cartoon war.


Für Fans und Sammler


 

Hier bietet das Mega Man Franchise Fans und Sammlern unzählige Artikel. So gibt es diverse Figuren in verschiedenen Editionen, von unterschiedlichen Serien und Größen. Es gibt Bettwäsche, Artbooks, Soundtrack CDs, einen speziellen Controller im Megaman Design, Comic-Bücher, DVDs, Videokassetten, Plüsch-Figuren und vieles mehr. Leider haben zumindest deutsche Fans hier das Nachsehen, denn die meisten Merchandise-Artikel sind nicht in Deutschland erhältlich. Ausgenommen sind hierbei einige Figuren, DVDs und sogar Bettwäsche, die im Rahmen der NT Warrior-Serie hierzulande auf den Markt gebracht wurden; ansonsten gab es lediglich 4 VHS-Kasetten der Megaman-Serie, die von Pro7 herausgegeben wurden, zu erwerben.


Was wird die Zukunft bringen?

Die letzten Jahre waren für Megaman Fans und Anhänger sicher nicht leicht, stampfte Capcom Projekte wie Megaman Universe und Megaman Legends 3 komplett ein, sodass es ziemlich ruhig um den blauen Protagonisten wurde. Anlässlich des 25. Jubiläums von Megaman veröffentlichte Capcom Streetfighter X Megaman, welches in Zusammenarbeit mit Seow Zong Hui, einem Fan aus Singapur entwickelt wurde. In diesem trifft Megaman erstmals auf Charaktere aus dem Streetfighter Universum.


Bis jetzt gibt es weit über 100 Mega Man Spiele und für die Zukunft hat Capcom versprochen, das es weitere Spiele von Mega Man geben wird, allerdings werde man sich ab sofort etwas mit vorzeitigen Ankündigungen zurückhalten, um die Fans nicht zu enttäuschen. Mit etwas Glück wolle Capcom noch das 50. Jubiläum des blauen Bombers feiern. Wenn das nicht positive Aussichten sind ...